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Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Allgäuer Zeitung

Samstagvormittag: Die Strapazen sind Rolf Scheffler anzusehen. Rote Augenränder und das fahle Gesicht verraten, dass er schon längst über seine Grenzen gegangen ist, dass ihn nur der Wille noch auf den Beinen hält. Kurze Zeit später hat er den Weltrekord im Nordic Walking in der Tasche.NW ist ein ausgesprochener Ausdauersport, doch so ausdauernd hat ihn weltweit noch nie jemand betrieben: 24 Stunden lang ist Rolf Scheffler aus Jengen im Stil eines Skilangläufers über ein Laufband getrabt, exakt 154,61 Kilometer legte er in dieser Zeit zurück. Sein Lohn: Ein neuer, beeindruckender Weltrekord – die bisherige Bestmarke lag bei „nur“ 112 Kilometern.

Die Frage nach dem Sinn eines solchen Unterfangens ist bei Weltrekordlern immer akademischer Natur. „Weil er da ist“, antworten Mount Everest-Bezwinger, wenn sie gefragt werden, warum es ausgerechnet dieser Berg sein muss. Warum Rolf Scheffler den bestehenden Rekord brechen will? „Weil ich es schaffen will und kann“, sagt er und läuft gleichmäßig weiter. Zu diesem Zeitpunkt ist Scheffler schon gute sechs Stunden „unterwegs“ – und immer noch erstaunlich fit. Draußen bleiben Passanten stehen, beobachten den Multi-Marathon-Mann aus Jengen durchs Schaufenster. Das schwarze Laufband für seinen Weltrekordversuch steht im Sportgeschäft Augath KF und läuft ziemlich schnell. Scheffler will zumindest in den ersten Stunden richtig Kilometer fressen, geht ein hohes Tempo, seine Pulsfrequenz liegt bei über 140 Schlägen pro Minute. Sein Kampf gegen den inneren Schweinehund wird erst losgehen. Drei Marathon-Distanzen an einem Tag und als Draufgabe noch mal 27 Kilometer hat er sich vorgenommen. Das heißt für Scheffler 24 Stunden lang immer geradeaus laufen, der Blick nach vorn, die Schmerzen ignorieren und weiter, immer weiter, auch wenn der Körper schon längst „aufhören!“ schreit. Im Vergleich zum Joggen werden beim NW die Beine zwar nicht so strapaziert, doch durch Mithilfe der Arme steigt der Kalorienverbrauch enorm an. Mit Powerdrinks, Bananen und Sportler-Riegeln sorgt Scheffler für Energie-Nachschub. Kraft bekommt er auch von seinen Freunden, die bis Mitternacht für Partystimmung im Sportgeschäft sorgen.
Nachts um zwei passiert es dann trotzdem – der erste Einbruch: Die Beine werden schwer, die Gelenke schmerzen. Doch Scheffler gibt nicht auf. „Er wird sich durchbeißen“, hat seine Frau Brigitte schon zu Beginn des Rekordversuchs vorhergesagt. Sie kennt ihn eben, schließlich hat sie ihn zum NW gebracht. Weil sie das sanfte Gehen zur Rehabilitation nach einer Operation nutzte und ihm von diesem „wunderbaren Sport“ vorschwärmte, fing er auch damit an.

Erschöpft aber glücklichAnfangs, da hatte sich Rolf Scheffler noch auf die vorgeschriebenen Pausen gefreut, nach Sonnenaufgang nicht mehr, denn dann wartete Dr. Lutz Graumann schon mit dem Skalpell auf ihn. Der Bundeswehrarzt aus Sonthofen nutzte die letzten Boxenstopps nur noch zum Aufstechen der Blasen und versorgt die geschundenen Stellen mit Salben und Gels. Dabei geht er nicht gerade zimperlich mit seinem guten Bekannten Rolf Scheffler um, versucht ihn, mit Witzen bei Laune zu halten.
Die letzte Stunde vor dem Ziel ist die schwerste. „Die Zeit vergeht nicht“, klagt der Marathon-Mann. Rote Augenränder und das fahle Gesicht verraten, dass er schon längst über seine Grenzen gegangen ist, dass ihn nur der Wille noch auf den Beinen hält. „Warum läuft die Uhr nicht schneller?“, fragt er noch fünf Minuten, bevor er es geschafft hat. Als ihm endlich die Bandagen von den malträtierten Füßen geschnitten werden, krümmt er sich vor Schmerzen. „Es ist vorbei“, sagt er noch. Dann kann er die Tränen nicht mehr zurückhalten.


Los geht´sDie Zuschauer vor und hinter dem Schaufenster des Sportgeschäftes Augath in KF zählen die letzten Sekunden herunter. „Drei, zwei, eins, Ende“. Rolf Scheffler reißt die Arme hoch und genießt seinen Triumph. Für einen kleinen Augenblick vergisst der Marathonmann seine Schmerzen, die er während der vorangegangenen 24 Stunden erleiden musste. Rolf Scheffler hat soeben einen Weltrekord gebrochen. Um gute 40 Kilometer überbot er die bestehende inoffizielle Bestmarke des Österreichers Thomas Bosnjak im NW auf dem Laufband. Mit 154,61 Kilometern über 24 Stunden reine Laufzeit gilt es für die Nachfolger nun eine harte Nuss zu knacken. Aber es war ein langer Weg für den NW-Trainer. Eigentlich sitzt er hinter einem Schreibtisch. Nach einer Schulter-operation schwärmte seine Frau ihm von der wohltuenden Sportart vor, und er probierte es selbst aus. „Das NW-Fieber packte mich direkt von der ersten Stunde“, erklärt der 39-Jährige. Kurze Zeit später entschloss er sich die Trainer-Lizenz zu erwerben.

Große PauseNW ist in den späten 90er Jahren als eine Weiterentwicklung des Walking entstanden. Die Neuerung ist, dass zum Gehen nun ein Paar NW-Stöcke, eine Art Ski-Stöcke, benutzt werden, was die Kalorienverbrennung zusätzlich fördert. Was treibt jemanden an, die Erholungssportart auf diese extreme Weise durchzuführen? Scheffler kann diese Frage selbst nicht so klar beantworten.

1. Einbruch nach 13 StundenSeine Liebe zu dem Sport entwickelte sich in rasanter Zeit. Er besuchte diverse NW-Veranstaltungen und traf bei einer den inoffiziellen Rekordhalter Bosnjak, der ihm von seinem Rekord erzählte. Erst einige Wochen später fasste Scheffler den Entschluss, den Weltrekord neu aufzustellen. 650 Trainingskilometer hatte er vor dem Tag der Entscheidung auf dem Buckel und war zuversichtlich, dass er es schafft. Durch Sponsoren, (EXEL, RELAGS, VAUDE, X-SOCKS, POWER BAR, ASICS) die ihn ausgerüstet haben, wurde er unter-stützt und ohne die, wie er sagt, es nicht möglich gewesen wäre. Auf-geregt war er schon. Sein Puls lag zu Beginn in hohen Bereichen, so dass sich die ersten Zweifel nährten, ob er in der Lage sei, diese Aufgabe durch-zustehen. Aber nach 20 Minuten war die Aufregung verflogen, und der Puls stabilisierte sich allmählich. „Die ersten Stunden vergingen wie im Flug“, berichtete er nachher. Die unterschiedlichsten Reaktionen – sie reichen von aufmunterndem Beifall bis kopfschütteldem Vogelzeigen – der Passanten spornten ihn noch mehr an

geschafft nach 154,61 KM ....Hervorragend betreut durch den Sportarzt Lutz Graumann aus Sonthofen und seinem Physiotherapeuten Peter Friedrich schöpfte der Marathonmann in den kurzen Pausen neuen Mut. Aber der erste Einbruch nach 13 Stunden ließ sich nicht verhindern. Die Schmerzen, die das Aufschneiden der Blasen verursachten, und die andauernde Quälerei seiner Gelenke, konnten ihn dennoch nicht mehr aufhalten. Im Kampf gegen seinen Körper, der nicht mehr wollte, setzte sich der Trainer durch. Seine immense Willenskraft hatte ihm den Weg geebnet. „Wie in Trance“ legte er seinen Weg in den letzten Stunden zurück. Die Bilder vom Training und der Geschichte, wie alles angefangen hat, seien ihm die letzten Minuten durch den Kopf geschossen. Dann hörte er das Raunen der Zuschauer und wie sie den Countdown herunterzählen.

.... und danach Füße zum Wegwerfen




Für nähere Informationen und
Regularien unter denen ich
gelaufen bin, stehe ich gerne
zur Verfügung.